Ich wurde schon einige Male gefragt, ob es denn eine Möglichkeit gibt, mein Projekt oder die Kinder hier zu unterstützen.
Und da das jetzt gerade sehr aktuell ist, möchte ich mich mit einem extra Eintrag an euch richten:
Im Hostel leben ganz wundervolle, einzigartige Kinder. Was wir schnell mal vergessen, weil wir mit ihnen tagtäglich zusammen sind und sie sich auch die meiste Zeit wie normale Kids verhalten, ist, dass viele eine schreckliche Vergangenheit haben und stark traumatisiert ins Hostel gekommen sind.
Den meisten merkt man es wirklich nur in kleinen schwachen Momenten an und das schöne ist, dass sich die Kids dann gegenseitig trösten und wieder auf die Beine helfen.
Das Hostel ist also extrem wichtig für alle, denn es bietet ihnen einen geborgenen und sicheren Lebensraum und die Chance, die Schule zu besuchen.
Das ganze ist aber natürlich mit Kosten verbunden. Die wenigsten Familien oder Sorgeberechtigten können sich das vollständig leisten. Zum Beispiel Ngarune, ein tolles Mädchen, das aus dem Township kommt, durfte dieses Jahr schon zum zweiten Mal für mehrere Wochen nicht zur Schule und ins Hostel kommen, weil ihre Familie das Schulgeld einfach nicht zahlen konnte. Deshalb sind die Kids auf Spender und Paten aus Deutschland angewiesen.
Es muss noch nicht mal eine Vollpatenschaft sein, ein kleiner Betrag, der monatlich gespendet wird, ist auch schon ein sehr hilfreicher Anfang. Egal wie viel, ihr könnt mir glauben, dass die Kinder unglaublich dankbar sein werden!
Wer also Interesse hat, kann sich hier informieren: http://www.waldorf-namibia.org/fundraising/downloads/ oder sich ganz einfach bei mir melden (vielleicht sogar besser, damit das Geld sicher an die Kinder geht, die es bei uns in erster Linie brauchen). Natürlich würde ich euch dann auch, solange ich noch hier bin, mit Fotos und kleinen Berichten auf dem Laufenden halten.
Sonntag, 7. Juni 2015
Lebenszeichen
Ich denke eine Entschuldigung dafür, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, ist angebracht. Doch das ganze hat einige Erklärungen:
Seit Mitte April haben wir kein Wlan mehr. Irgendjemand hat die wichtigen Kabel geklaut und wie das halt so in Afrika ist braucht es Monate, bis das ganze Problem wieder behoben ist...bisher ist noch kein Ende abzusehen und so quälen wir uns momentan mit mobilen Daten in einem absoluten Funkloch.
Mitte April bis Mitte Mai hatten wir dann auch unsere letzten großen Ferien hier, wo wir nochmal drei Wochen auf großer Reise waren. Davon werde ich aber in einem extra Eintrag berichten...beziehungsweise Fotos hochladen. Wenn das ganze also länger dauert: nicht sauer sein, das Internet macht einfach nicht mit...
Aber wie ihr seht: Ja, ich lebe noch. Mir geht es sogar sehr gut.
Ganz davon abgesehen, dass es in Namibia mittlerweile Winter wird...
Eigentlich müsste man ja meinen, dass man die Kälte als Deutscher gewöhnt ist. Nichts da. Und wer jetzt denkt: Winter? In Namibia? Gibt es das wirklich? Da kann ich nur lachen...ich glaube ich hab noch nie so gefroren wie hier. Und das schlimme ist: es wird noch kälter. Tagsüber ist es zwar angenehm mit bis zu 20 Grad und Sonne, doch sobald es um sechs dunkel wird, wird es auch eisig kalt. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht hier sind einfach nur krass. Dazu kommt noch, dass die afrikanischen Häuser alle schlecht isoliert sind, undichte Fenster und Türen und noch dazu keine Heizungen haben. Für uns heißt das also: zusammenrücken und noch mehr kuscheln als sonst.
Und das, was mir im Dezember gefehlt hat, habe ich jetzt - im Juni!! - umso mehr. Hallo Vorweihnachtszeit!
Wie auch immer...ich wollte nur ein kurzes Lebenszeichen von mir geben.
Die folgenden beiden Wochen werden dann noch ein paar Blogeinträge von mir folgen, um die Funkstille wieder gut zu machen.
Liebe Grüße von Leni
P.s. Danke für eure regelmäßigen Wetterupdates und hochsommerlichen Fotos aus Deutschland - ihr könnt damit jetzt aufhören! :D
Seit Mitte April haben wir kein Wlan mehr. Irgendjemand hat die wichtigen Kabel geklaut und wie das halt so in Afrika ist braucht es Monate, bis das ganze Problem wieder behoben ist...bisher ist noch kein Ende abzusehen und so quälen wir uns momentan mit mobilen Daten in einem absoluten Funkloch.
Mitte April bis Mitte Mai hatten wir dann auch unsere letzten großen Ferien hier, wo wir nochmal drei Wochen auf großer Reise waren. Davon werde ich aber in einem extra Eintrag berichten...beziehungsweise Fotos hochladen. Wenn das ganze also länger dauert: nicht sauer sein, das Internet macht einfach nicht mit...
Aber wie ihr seht: Ja, ich lebe noch. Mir geht es sogar sehr gut.
Ganz davon abgesehen, dass es in Namibia mittlerweile Winter wird...
Eigentlich müsste man ja meinen, dass man die Kälte als Deutscher gewöhnt ist. Nichts da. Und wer jetzt denkt: Winter? In Namibia? Gibt es das wirklich? Da kann ich nur lachen...ich glaube ich hab noch nie so gefroren wie hier. Und das schlimme ist: es wird noch kälter. Tagsüber ist es zwar angenehm mit bis zu 20 Grad und Sonne, doch sobald es um sechs dunkel wird, wird es auch eisig kalt. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht hier sind einfach nur krass. Dazu kommt noch, dass die afrikanischen Häuser alle schlecht isoliert sind, undichte Fenster und Türen und noch dazu keine Heizungen haben. Für uns heißt das also: zusammenrücken und noch mehr kuscheln als sonst.
Und das, was mir im Dezember gefehlt hat, habe ich jetzt - im Juni!! - umso mehr. Hallo Vorweihnachtszeit!
Wie auch immer...ich wollte nur ein kurzes Lebenszeichen von mir geben.
Die folgenden beiden Wochen werden dann noch ein paar Blogeinträge von mir folgen, um die Funkstille wieder gut zu machen.
Liebe Grüße von Leni
P.s. Danke für eure regelmäßigen Wetterupdates und hochsommerlichen Fotos aus Deutschland - ihr könnt damit jetzt aufhören! :D
Freitag, 27. März 2015
Open Weekend
Vor einigen Wochen war so schon das Sportsfestival (vergleichbar mit den Bundesjugendspielen): jedes Kind musste sich drei Disziplinen aussuchen, in denen es antreten wollte. Wir Freiwilligen haben dann beim Ausmessen, Aufschreiben, Aufbauen und sonstigen kleineren Aufgaben geholfen. Ganz am Ende gab es noch verschiedene Staffel, bei denen auch wir als "Team Hostel" angetreten sind. Auch wenn ich nichts mehr hasse als Sprinten, hatte ich wirklich Spaß. Denn unabhängig davon, wer gerade gelaufen ist, wurden die Teams von allen Kids lautstark angefeuert und unterstützt.
Letztes Wochenende stand dann das Trimesterfestival an. Dieser Tag bietet den Eltern die Möglichkeit einen Blick in die Klassenzimmer zu werfen. Außerdem zeigen alle Klassen, was sie in den vergangenen Wochen so gemacht haben: Flötenspielerei, eine kleine Vorschau auf das Theaterklassspiel, Gedichte, Lieder, Chemieexperiment, ...ein buntes Programm aus allem Möglichen.
Ganz zum Schluss wurden noch die Medaillen des Sportfestivals vergeben.
Natürlich gab es auch die typischen Essensstände mit Kuchen, belegten Brötchen oder (ganz namibisch) einem Braai-Stand, die auf keinem Schulfest fehlen dürfen.
Weil die Kinder das ganze Wochenende im Hostel verbrachten, sind wir mit ihnen am Tag davor zum Avis-Damm gelaufen. Da es erst die letzten Wochen so richtig angefangen hat zu regnen, hatte der Damm nicht so unglaublich viel Wasser, aber der Weg dorthin war schon das reinste Abenteuer. Gerade deshalb waren alle umso froher, als wir endlich ankamen. Mit kleinen Snacks und Obst haben wir uns entspannt ans Ufer gelegt, Fotos wurden gemacht, Krebse gesammelt und alles in allem haben wir alle den Tag sehr genossen.
Alles in allem sind wir zwar sehr kaputt, aber unglaublich zufrieden aus dem Wochenende herausgegangen. Dass das ganze so gut und harmonisch verläuft, hätten wir uns niemals vorgestellt.
Allgemein habe ich aber - besonders seit wir von dem Seminar zurückgekehrt sind - das Gefühl, dass wir wirklich wertgeschätzt werden. Mein letzter Blogeintrag war vielleicht nicht ganz so optimistisch formuliert, doch ich will nochmal klarstellen, dass es mir hier wirklich gut geht. Die Liebe, die man so oft von den Kindern entgegengebracht bekommt, ist unglaublich und gerade gestern hat mir ein Mädchen (von dem ich das nebenbei niemals gedacht hätte) gesagt, dass ich von allen Volunteers ihre Lieblingsfreiwillige bin - sowas zu hören tut einfach gut und macht glücklich.
Donnerstag, 26. März 2015
Katutura
Ein großer Teil unseres Stimmungsumschwungs sind unsere neu gewonnenen sozialen Kontakte, mit denen wir gerade in der letzten Zeit super viel in unserer Freizeit unternehmen und die einem ein bisschen das Gefühl nehmen, im kleinsten Kaff der Welt zu leben.
Da es ziemlich schwer ist, in einer großen Gruppe neue Leute kennenzulernen, da man doch immer irgendwie unter sich bleibt, und die Namibier irgendwie eine ganz andere Mentalität gegenüber Freundschaft haben, ist es umso erleichternder, endlich mal wieder einen festen Freundeskreis zu haben, mit dem man regelmäßig etwas unternehmen kann.
Was ich aber eigentlich erzählen möchte, ist von letztem Wochenende.
Eine Freundin von uns kommt aus Katutura, Windhoeks Township. Sie ist Damara und lebt dort auch in einem Damara-Viertel.
Letzte Woche Sonntag hat sie uns eingeladen, mit ihr in die Kirche zu gehen.
Bevor es losging, hat sie uns noch mit zu sich nach Hause genommen. Das ganze war irgendwie ziemlich seltsam, da wir nicht ganz wussten wohin mit uns. In Katutura sieht man kaum weiße Menschen und somit war auch die Familie uns gegenüber sehr zurückhaltend, aber auch neugierig.
Unsere Freundin lebt in einem kleinen Haus mit ganz vielen kleinen Anbauten, Felix hat später erzählt, dass dort wohl 13 Menschen leben. Für mich unvorstellbar, da das ganze insgesamt vielleicht doppelt so groß war wie unser Häuschen (und das finde ich schon sehr klein für vier Menschen). Mindestens zu zweit teilen sich dort alle ein Zimmer, es gab eine kleine Küche und ein Wohnzimmer. Ein Auto besaß die Familie aber auch. Und auch, wenn ich glaube, dass sie zu den eher wohlhabenden Familien in Katutura gehört, fand ich das ganze schon sehr erschreckend bzw ungewohnt. Das ist ein ganz anderer Lebensstandard als bei uns.
In der Kirche dann wurden wir auch wieder sehr neugierig begutachtet. Mir ist das immer ein bisschen unangenehm so angesehen zu werden, auch wenn es ja eigentlich nicht böse gemeint ist. Ihr solltet vielleicht wissen, dass Kirche hier ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens ist, das heißt, dass alle in ihrer traditionellen Kleidung oder wenigstens im Kleid, Rock und Anzug erscheinen. Fast jeder hat eine eigene Bibel dabei und bei den Liedern, die von einem großen Chor unterstützt werden, schmettern alle mit Hingabe mit.
Der Gottesdienst wurde auf Damara und Afrikaans gehalten, weshalb wir kaum etwas verstehen konnten. Ein super freundlicher Mann hat uns dann aber angeboten, uns das Gesagte zu übersetzen.
Und so konnten wir feststellen, dass die Messe ziemlich anders war als bei uns...es wurde mit totaler Leidenschaft gepredigt und zwar nicht nur über Gott und die Kirche, sondern auch über sehr politische Themen.
Besonders nett fand ich auch, dass der Pfarrer uns persönlich Willkommen geheißen hat und ein paar (englische) Worte an uns gerichtet hat. Das nächste Mal würde er dann auch etwas mehr Englisch reden, hat er versprochen.
Um den typischen Katutura-Sonntag abzuschließen, sind wir anschließend noch auf den Kapana-Market gegangen. Ich weiß nicht, ob ich davon schon mal erzählt habe.
Das ganze dreht sich um Kapana - ein Gewürz, mit dem hier vor allem das Fleisch gewürzt wird. An verschiedenen Grills und Buden kann man sich frisch gegrilltes Rinderfleisch kaufen, Fatcookies, Hererobrot, Kapanasalat (besteht aus Tomaten, Zwiebeln, Kapana und Öl - unglaublich geil zu Fatcookies) oder auch Pap. Und das ganze für unglaublich wenig Geld. Das ganze ist sehr gesellig und mega lecker und so ziemlich die Lieblingsbeschäftigung aller (Kater)Namibier :-)
Gerade in diesem Moment sind meine Eltern hier in Windhoek gelandet. Ich freue mich schon sehr auf ihren Besuch und bin total gespannt wie es sein wird, sie nach so langer Zeit wiederzusehen. Die nächsten drei Wochenenden werde ich jedenfalls mit ihnen verbringen.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, eure Leni
Da es ziemlich schwer ist, in einer großen Gruppe neue Leute kennenzulernen, da man doch immer irgendwie unter sich bleibt, und die Namibier irgendwie eine ganz andere Mentalität gegenüber Freundschaft haben, ist es umso erleichternder, endlich mal wieder einen festen Freundeskreis zu haben, mit dem man regelmäßig etwas unternehmen kann.
Was ich aber eigentlich erzählen möchte, ist von letztem Wochenende.
Eine Freundin von uns kommt aus Katutura, Windhoeks Township. Sie ist Damara und lebt dort auch in einem Damara-Viertel.
Letzte Woche Sonntag hat sie uns eingeladen, mit ihr in die Kirche zu gehen.
Bevor es losging, hat sie uns noch mit zu sich nach Hause genommen. Das ganze war irgendwie ziemlich seltsam, da wir nicht ganz wussten wohin mit uns. In Katutura sieht man kaum weiße Menschen und somit war auch die Familie uns gegenüber sehr zurückhaltend, aber auch neugierig.
Unsere Freundin lebt in einem kleinen Haus mit ganz vielen kleinen Anbauten, Felix hat später erzählt, dass dort wohl 13 Menschen leben. Für mich unvorstellbar, da das ganze insgesamt vielleicht doppelt so groß war wie unser Häuschen (und das finde ich schon sehr klein für vier Menschen). Mindestens zu zweit teilen sich dort alle ein Zimmer, es gab eine kleine Küche und ein Wohnzimmer. Ein Auto besaß die Familie aber auch. Und auch, wenn ich glaube, dass sie zu den eher wohlhabenden Familien in Katutura gehört, fand ich das ganze schon sehr erschreckend bzw ungewohnt. Das ist ein ganz anderer Lebensstandard als bei uns.
In der Kirche dann wurden wir auch wieder sehr neugierig begutachtet. Mir ist das immer ein bisschen unangenehm so angesehen zu werden, auch wenn es ja eigentlich nicht böse gemeint ist. Ihr solltet vielleicht wissen, dass Kirche hier ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens ist, das heißt, dass alle in ihrer traditionellen Kleidung oder wenigstens im Kleid, Rock und Anzug erscheinen. Fast jeder hat eine eigene Bibel dabei und bei den Liedern, die von einem großen Chor unterstützt werden, schmettern alle mit Hingabe mit.
Der Gottesdienst wurde auf Damara und Afrikaans gehalten, weshalb wir kaum etwas verstehen konnten. Ein super freundlicher Mann hat uns dann aber angeboten, uns das Gesagte zu übersetzen.
Und so konnten wir feststellen, dass die Messe ziemlich anders war als bei uns...es wurde mit totaler Leidenschaft gepredigt und zwar nicht nur über Gott und die Kirche, sondern auch über sehr politische Themen.
Besonders nett fand ich auch, dass der Pfarrer uns persönlich Willkommen geheißen hat und ein paar (englische) Worte an uns gerichtet hat. Das nächste Mal würde er dann auch etwas mehr Englisch reden, hat er versprochen.
Um den typischen Katutura-Sonntag abzuschließen, sind wir anschließend noch auf den Kapana-Market gegangen. Ich weiß nicht, ob ich davon schon mal erzählt habe.
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| Kapana-Fleisch und Fatcookies |
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| Grillen bei der Affenhitze |
Gerade in diesem Moment sind meine Eltern hier in Windhoek gelandet. Ich freue mich schon sehr auf ihren Besuch und bin total gespannt wie es sein wird, sie nach so langer Zeit wiederzusehen. Die nächsten drei Wochenenden werde ich jedenfalls mit ihnen verbringen.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, eure Leni
Mittwoch, 11. März 2015
Halbzeit
Hallo ihr Lieben,
die Zeit fliegt und ehe man sich versieht ist schon Halbzeit.
Auch wenn noch ein paar Monate vor mir liegen, beschäftigt mich der Gedanke an den Abschied in letzter Zeit immer öfter. Mir sind die Kids und auch meine lieben Mitbewohner so ans Herz gewachsen, dass ich mir gar nicht vorstellen will wie der Abschied sein wird.
Total bewusst ist mir das letzte Woche auf dem Zwischenseminar in Südafrika geworden.
Einerseits ein schöner Anlass, um Freunde wiederzusehen. Andererseits auch etwas bedrückend, da mir gerade in dieser Zeit bewusst geworden ist wie schnell das vergangene halbe Jahr umgegangen ist und wie schnell dann wohl die restlichen Monate vergehen werden.
Das Seminar fand auf einer schönen Farm ca zwei Stunden von Kapstadt entfernt mitten im Nirgendwo statt.
Und auch, wenn ich im Moment einen kleinen Durchhänger habe und etwas unzufrieden bin, weiß ich doch, dass es mir hier gut geht. Nach der Woche, in der wir gefehlt haben, war es wirklich schön zurückzukommen, denn alle haben uns unglaublich freudig begrüßt und haben uns (unerwarteterweise) gezeigt, dass man selbst und seine Arbeit doch gesehen und geschätzt wird. Es sind halt die kleinen Gesten, die einem am meisten geben.
die Zeit fliegt und ehe man sich versieht ist schon Halbzeit.
Auch wenn noch ein paar Monate vor mir liegen, beschäftigt mich der Gedanke an den Abschied in letzter Zeit immer öfter. Mir sind die Kids und auch meine lieben Mitbewohner so ans Herz gewachsen, dass ich mir gar nicht vorstellen will wie der Abschied sein wird.
Total bewusst ist mir das letzte Woche auf dem Zwischenseminar in Südafrika geworden.
Einerseits ein schöner Anlass, um Freunde wiederzusehen. Andererseits auch etwas bedrückend, da mir gerade in dieser Zeit bewusst geworden ist wie schnell das vergangene halbe Jahr umgegangen ist und wie schnell dann wohl die restlichen Monate vergehen werden.
Das Seminar fand auf einer schönen Farm ca zwei Stunden von Kapstadt entfernt mitten im Nirgendwo statt.
Auch, wenn es mir oft so vorkam, dass bestimmte Sachen ohne Sinn besprochen oder vorbereitet wurden, war das Seminar doch teilweise sehr interessant. Hauptsächlich ging es um die Reflektion der vergangen Monate. Sonst eigentlich nie ganz allein, gab das Seminar einem eine gute Möglichkeit, sich endlich mal konzentriert Gedanken über seine Zeit zu machen. Eine Nacht, die wir ganz allein im Freien verbringen sollten, bat sich da besonders gut an und zeigte mir auch, dass ich eigentlich doch mehr kann als ich mir immer zutraue.
Für mich persönlich hat das Seminar jedoch bewirkt, dass ich mich immer mehr frage, ob ich mich für die richtige Dienststelle entschieden habe. Schon vorher hatte ich immer öfter kleinere Zweifel, doch als ich dann gehört und gesehen habe wo die anderen Freiwilligen so arbeiten, hat sich das ganze noch verstärkt.
Da ich die Tage nach dem Seminar noch in Kapstadt bei Freunden verbracht habe, bot sich mir auch die Gelegenheit mit zwei Leuten in ihre Educares (Kindergärten) mitzugehen.
Diese befinden sich alle in Kapstadts Townships und sind so ganz anders als die Kindergärten, die man so von Zuhause kennt. Zum Teil befinden sie sich in kleinen Steinhäusern oder Blechhütten. Viele haben nur einen Mini Außenbereich. In vielen Kindergärten gibt es nur sehr wenig Spielzeug...und trotzdem wirken die Kinder glücklich.
Der erste Kindergarten, den ich besucht habe, liegt in Khayelitsha. Das schwierige hier ist, dass eigentlich alle Kinder nur Xhosa sprechen und so die Kommunikation fast gar nicht möglich ist. Und trotzdem war die Atmosphäre sehr schön und es war toll wie sich die Kinder mit "Teacher Teacher, Shap" auf einen gestürzt haben und kuscheln wollten.
Noch besser hat mir aber der zweite, muslimische, Kindergarten gefallen. Dieser ist mit ca. 20 Kindern recht klein, ziemlich familiär und befindet sich im Wohnhaus der Principal. Außerdem können die Kinder alle Englisch sprechen. Was ich dort toll fand war wie die Kinder in der Lage waren sich mit ganz wenig so genügsam, brav und voller Freude selbst zu beschäftigen und wie liebevoll die Erzieherinnen mit den Kindern umgehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich hier ein bisschen wie im Paradies gefühlt und den Tag sehr genossen habe. Danach war ich einfach glücklich - die Kinder waren einfach so unglaublich goldig.
Nicht ohne Grund habe ich mich bei meiner Wahl für Afrika entschieden, doch Windhoek und besonders die Waldorfschule fühlen sich so gar nicht afrikanisch an. Ich will mich aber gar nicht beschweren, denn eigentlich war oder hätte es mir auch vorher bewusst sein sollen, dass hier Deutsch gelernt wird (auch, wenn ich persönlich das als nicht ganz so sinnvoll ansehe, da die Kinder bereits mit mindestens drei anderen Sprachen aufwachsen. Daraus folgt, dass kaum jemand eine Sprache perfekt beherrscht, sondern alle nur so lala).
Darüber hinaus stört mich sehr wie unzufrieden (und oft auch undankbar) die meisten (vor allem älteren) Kinder hier sind. Ich habe oft das Gefühl, dass alle zwanghaft nach einem Grund suchen, um zu meckern und sich gegen irgendwen zu verbünden. Viele Kinder wissen gar nicht wie gut es ihnen eigentlich geht...
Als Fazit aus den zwei Besuchen habe ich gezogen, dass mir eine Arbeit im Township oder wenigstens an einem Ort, wo man wirklich gebraucht wird und nachhaltig etwas ändern kann wohl besser gefallen hätte - ob im Kindergarten, in der Schule oder auch eben im Hostel.
Was nicht heißt, dass es mir in Namibia nicht auch gut gefällt. Ich fühle mich schon wohl. Wir haben einen guten Draht zu den Kindern und ich liebe, dass ich die Kinder und all ihre Eigenheiten so gut kenne. Und zu guter Letzt weiß ich auch sehr zu schätzen, wie Namibia mich schon geformt und verändert hat - zum positiven! Wer mich kennt weiß, dass nichts ohne Grund passiert...ich bin wahrscheinlich schon richtig hier. Außerdem; als Außenstehender sieht ja sowieso alles andere immer besser aus als das, was man selbst hat - wer weiß wie zufrieden ich letztendlich in einer anderen Dienststelle wäre.
Samstag, 24. Januar 2015
Back to reality
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schwer es fällt nach sechs Wochen Urlaub wieder an die Arbeit zu gehen. Die Realität holt einen leider viel zu schnell ein und da sind wir wieder...back to work. Doch dieses Jahr wird alles ein bisschen anders als letztes Jahr...
Das fängt schon damit an, dass unsere Hausmama gewechselt hat. Die "Neue" - Asnad - packt richtig an und bringt, glaube ich, das perfekte Maß an Strenge mit. Wir haben sie jedenfalls schon richtig gern und glauben, dass sie genau die Richtige für den Job ist.
Wie jedes Jahr findet aber auch ein Wechsel bei den Hostelkids statt. Einige kommen (leider) nicht mehr wieder, dafür sind ein paar Neue am Start. Aus diesem Grund fand dieses Jahr auch ein krasser Zimmerwechsel statt, der aber für wesentlich weniger Stress gesorgt hat als gedacht.
Gerade die Wochen vor den Sommerferien war die Arbeit mit den Kinder purer Stress...sowohl die Kleinen als auch die Großen haben gemacht was sie wollten, sind Abends, wenn Nachtruhe war, draußen herumgesprungen und sind uns manchmal etwas zu sehr auf den Nasen herumgetanzt. Das wird sich jetzt mit den neuen Zimmern aber auf jeden Fall ändern - Gott sei Dank.
Eine große Erleichterung für uns alle ist aber besonders, dass wir dieses Jahr keine Deutschstunden mehr geben müssen. Nach den drei Monaten im letzten Jahr waren wir alle ziemlich geplättet, aber vor allem unzufrieden, weil wir einfach gemerkt haben, dass wir - gerade selbst erst unseren Schulabschluss gemacht und kaum älter als unsere Schüler - sie nicht gerade weiter bringen. Wir haben zwar dafür Breakdutys (Pausenaufsichten) und die Jungs assistieren beim Sportunterricht, allerdings haben wir nicht mehr allein die Verantwortung für einen Kurs.
Also alles in allem bin ich momentan sehr zufrieden und positiv für das kommende Trimester eingestellt.
Die erste Woche ist auch super schnell vergangen und es war doch schön, die Hostelkids nach so langer Zeit wieder zu sehen.
Im Land der Kontraste
Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht und wünsche euch - wenn
auch etwas spät - ein frohes Neues! Möge das neue Jahr euch nur das Beste
bringen.Fünfeinhalb Wochen Urlaub sind um. Und ich muss sagen - ich bin verliebt! Südafrika ist so ziemlich das schönste Land, was ich bisher bereist habe und spätestens jetzt hat mich das Afrikafieber gepackt.
Hier jetzt alles aufzuschreiben, was ich in den letzten Wochen erlebt und gemacht habe, würde viel zu lange dauern und viel zu lang werden. Ich versuche also mich so kurz wie möglich zu fassen und vor allem die Bilder (eine kleine Auswahl von 4800 Fotos) sprechen zu lassen.
Kapstadt
Anfang Dezember hat unsere Reise mit Kapstadt begonnen. Schon während der 22h langen Fahrt konnten wir die sich verändernde Landschaft bewundern, in Kapstadt waren wir dann aber wirklich von der Grüne, die wir so gar nicht mehr gewöhnt sind, beeindruckt. Auch die Größe der Stadt, die aber durch die Landschaft drumherum entzerrt wird, hat uns erstmal umgehauen (ich meine man vergleiche: Windhoek (320.000) und Kapstadt (3.740.000)...).
Geschlafen haben wir in WGs von super gastfreundlichen Freiwilligen und es war schön alle mal wieder zu sehen und deren WG Leben zu erleben.
Kapstadt ist wirklich eine Bombenstadt, die sogar meinem geliebten Köln den Thron streitig macht! Auf alle Fälle ist sie - und da waren wir uns alle einig - die schönste Metropole der Welt.
Dauerhaft auf Achse haben wir alles mitgenommen, was nur ging: die Stadt mit einer Busrundfahrt erkundet, den Food Market an der V&A Waterfront ausgekostet, ein Wine Tasting genossen, in Kirstenbosch, dem botanischen Garten, dessen satte Grüntöne und zahlreiche Pflanzen uns aus den Latschen gehauen haben, gechillt, das Nachtleben ausgetestet und (unser Highlight) den Table Mountain ganze sechs Stunden von Camps Bay aus gehiket!
| Kirstenbosch |
| Eule im botanischen Garten |
| V&A Waterfront |
| Hike auf den Table Mountain |
| Geschafft, aber glücklich oben angekommen! |
| Und der Blick entschädigt alles :-) |
| Weg vom Cape Point zum Kap der guten Hoffnung |
(Für einen ausführlichen Bericht, guckt doch mal hier: "Brief aus der schönsten Stadt der Welt").
Und dann waren die fünf Tage auch schon um und für uns ging es mit dem Baz Bus weiter nach
Wilderness
Unserem ersten Ziel auf der Garden Route. Das Städtchen macht seinem Namen alle Ehre. So einen dicht bewachsenen „Wald“ habe ich vorher noch nie gesehen. Perfekt, um sich ein Kajak zu leihen und zu einem entlegenen Wasserfall zu paddeln...einfach mal die Seele baumeln lassen...
The Crags
...bevor es hier wieder mit Adrenalin weiterging. Von der höchsten Bungee-Jump Brücke der Welt gesprungen (für - im Vergleich zu allen anderen Sprüngen - lächerlich wenig Geld).
Hier war auch der wohl schönste und coolste Backpacker der ganzen Reise (Wild Spirit - hat seinen Namen wirklich verdient), mitten in der Natur, einer kleinen Hippie-Kommune gleichend, mit einigen schönen Hikes und einem tollen Wasserfall zum plantschen.
Port Elizabeth
An sich ist die Stadt nicht wirklich schön, aber ein Tagesausflug in den Addo
Nationalpark hat sich wirklich gelohnt, denn dort konnte ich endlich meine
langersehnten Elefanten bewundern. Ebenso wie unglaublich viele Zebras und
Büffel. Zu allem Überfluss haben wir sogar noch zwei Löwen sehen können.Coffee Bay & Port St Johns
Weihnachten verbrachten wir in PSJ. Für uns war es ein Tag wie jeder andere - es hat sich so gar nicht wie Weihnachten angefühlt. Am 25. kamen die Südafrikaner alle am Strand zusammen und haben gebraait (was auch sonst) und getrunken. In unserem Backpacker war am Abend eine kleine Fete, die uns die Weihnachtstage doch noch wirklich versüßt hat.
Southern Drakensberge
...willkommen im Auenland! In den Drakensbergen hat Tolkins seine Inspiration für Herr der Ringe gefunden. Die Jungs waren total geflasht und auch, wenn das Wetter (das erste Mal!) nicht ganz mitgespielt hat, haben wir trotzdem eine kleine Wanderung durch die grünen Hügellandschaften unternommen.
Lesotho
Da es dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke für uns gab, haben wir uns selbst ein Geschenk gemacht und uns eine "Roof of Africa" Tour gegönnt, die ihr Geld auch wirklich wert war. In fünf Tagen sind wir in einem klapprigen Landrover und mit dem besten (und geduldigsten) Reiseführer quer durch den Osten von Lesotho über die krassesten Pässe und Straßen, die ich je gesehen hab, gefahren, haben bei einer Familie gewohnt, waren zu Besuch in traditionellen Dörfern, haben gelernt traditionell zu tanzen, die lesothischen Verkehrsmittel (Pferde) benutzt und haben uns in einer 5* Lodge richtig verwöhnen lassen.
| DAS ist Lesotho! |
| Typisch lesothische Basotho-Rondavel |
| Traditionell: Feldarbeit mit Rind und Hand |
Was mich am meisten beschäftigt hat ist, dass wirklich alle (ob arm oder reich) in den traditionellen Basotho-Rondaveln wohnen. Die lesothischen Bürger messen ihr Geld nicht am Kontostand, sondern an ihrem Besitz (seien das Felder oder Tiere). Am schönsten war aber, dass es so viele Kinder gab. Durchschnittlich hat eine lesothische Familie 10 Kinder. 10! Und genauso sieht es dort auch aus - ich habe noch nie so viele Kinder auf einem Haufen gesehen.
Durban
...hat mir nicht so gefallen. Gerade nach Lesotho (alles so ländlich und landschaftlich) hatte ich ehrlich gesagt einen kleinen Kulturschock als wir durch die Stadt fuhren.
Eine Sache, die ich aber an den südafrikanischen (Groß)Städten sehr vermissen werde, sind die Minibusse, die geregelte Strecken ohne feste Uhrzeiten und in rauen Mengen abfahren und mit denen man für umgerechnet 50 Cent von Ort zu Ort kommen kann.
Und dann war Südafrika leider auch schon wieder vorbei und für uns ging es mit dem Bus 36h wieder zurück nach Windhoek, wo wir einen Tag später nach
Swakopmund
weitergefahren sind, die wohl deutscheste Stadt Namibias.
Alles in allem ein wirklich gelungener Urlaub und leider viel zu schnell vorbei.
Wem dieser (wirklich sehr knappe) Urlaubsbericht noch nicht reicht, kann mir gerne schreiben oder er schaut bei Felix ("Brief aus Südafrika und Lesotho") vorbei.
Wie auch immer, ich freue mich immer über jede noch so kleine Nachricht!
Ganz liebe Grüße, Leni
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